Der Beruf des Uhrmachers entwickelte sich im späten Mittelalter aus den Büchsenmachern und Schlossern, deren Meister sich auf die Herstellung von Räderuhren spezialisierten und sich bereits in Zünften organisierten. Die industrielle Produktion begann erst mit den Großuhren, wobei der Vorreiter die Vereinigten Staaten waren. Die erste nachweisliche Produktion wurde durch den Uhrmacher Ely terry durchgeführt, der einen Auftrag über die Herstellung von 4000 Stück erhielt. Für eine schnellere Fertigung und Reparatur entwickelte er Uhrwerke, deren Teile austauschbar waren, was eines der Schlüsselprinzipiemn der industriellen Herstellung darstellt. Nachkomme dieser Uhrwerke ist die Tissot Herrenuhr

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde das Metall Messing dank seiner nun industriellen Fertigung günstig, wodurch nun auch weltweit metallene Uhren mit austauschbaren Teilen entstanden. Durch die verwendung von Messing konnten diese auch in wesentlich kleinerer Größe und zu günstigeren Preisen in Masse gebaut werden, was die Uhr zu einem für jedermann zugänglichen Produkt machte. Dies stieß allerdings die renommierten Uhrenmanufakturen, die bis dato noch auf das individuelle Handwerk setzten, in eine wirtschaftliche Krise. Darunter litt insbesondere die Produktion vieler kleiner Unternehmen im Schwarzwald, die Holzuhren herstellten.

Auch die Schweizer Hersteller stellten auf die industrielle Fertigung um

Auch in der Schweiz, dem großen europäischen Uhrenzentrum, wo heute noch beliebte Modelle wie die Tissot Herrenuhr hergestellt werden, entstanden ähnliche Probleme. Durch die eigene günstige Massenproduktion nahmen die Vereinigten Staaten den Schweizern kaum noch Produkte ab. Dadurch setzte ein Umdenken ein und mehr und mehr Hersteller stellten auf das Vorbild der amerikanischen Fertigung um. Die Folge: Bereits um 1900 hatte die Schweiz Amerika als führender Hersteller für Uhren wieder verdrängt. Auch die Schwarzwälder Manufakturen taten es den Schweizern nach.